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Die Veranstaltungen der Trachtenkapelle

Bericht: Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr / Benefizkonzert



Stehende Ovationen beim Konzert des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr

Mehr als 70 Militärmusiker des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr haben vor vollem Saal in der Pfullendorfer Stadthalle ein Benefizkonzert zugunsten der Jugendarbeit der Trachtenkapelle Hausen am Andelsbach gegeben. Unter der Leitung von Oberstleutnant Michael Euler und Fähnrich Lisa-Marie Holzschuh präsentierten sie ein Programm, das alle Facetten der Blasmusik beinhaltete.

Unter herzlichem Applaus betraten die Musiker die Bühne. Matthias Seeger vom Vorstand des Musikvereins der Trachtenkapelle Hausen am Andelsbach begrüßte die Gäste und kündigte ein „ganz besonderes musikalisches Erlebnis“ an. Er erinnerte an das letzte Konzert im Jahr 2016. Damals spielten die beiden Musiker der Trachtenkapelle Fabian Göggel und Sebastian Fischer mit, beide haben mittlerweile die Ausbildung beendet und sind beim Gebirgsmusikkorps in Garmisch-Partenkirchen stationiert.

Mit Konzertwerk „Ride“ legten die Musiker einen fulminanten Start hin. Beim zweiten Stück, der Overtüre aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss jr. wurde deutlich, über welch enormes Klangvolumen das Orchester verfügt.

Feldwebel Sören Wehn begeisterte das Publikum mit seinem Tuba-Solo „Fnugg Blue“ von Oystein Baadsvik. Er spielte und sang gleichzeitig und baute ungewöhnliche Elemente wie Beat-Boxing ein. Belohnt wurde er mit anschließenden „Bravo“-Rufen des Publikums. Bei dem „Marche des Soldats de Robert“ stellte Michael Euler den militärischen Hintergrund zu den Solisten an der Trommel und dem Piccolo vor. In den Schlachten im Mittelalter gab die Trommel den Angriff oder Rückzug vor, deshalb waren dies auch die bestbezahlten Soldaten. Er ergänzte mit einem Augenzwinkern „Wir arbeiten noch daran.“ Freunde der konzertanten Blasmusik kamen bei „1405: Der Brand von Bern“ voll auf ihre Kosten. Die Zuhörer hörten und spürten, wie eine heftige Brise und ein Funke ausreichten um eine Feuersbrunst auszulösen, die ganz Bern in Schutt und Asche legte.

„Wir brauchen dringend Nachwuchs“, sagte Michael Euler und machte Werbung in eigener Sache und ging kurz auf die Laufbahn der Musikstudenten ein, die während ihrer zwölfjährigen Dienstzeit an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf gemeinsam mit anderen jungen Männern und Frauen zu professionellen Orchestermusikern ausgebildet werden. Ihre Vielseitigkeit bewies das Trompetenregister mit Ihrem Jagdhorn-Soli „Hussa Horrido“. Mit sicherer Stabführung von Lisa-Marie Holzschuh waren alle Register wieder gefordert, die Tiere im „Jungle Book“ von Tiger Shir Khan bis Balu dem Bär in das Kopfkino der Zuhöhrer zu bringen. Hoch konzentriert ging Feldwebel Stephan Krecklow zu Werke mit „The Golden Age of Xylophon“ präzise und flink überzeugte er auf dem Schlaginstrument. Und weil das Percussion-Ensemble sich auch einmal zeigen wollte, fegten die Mitglieder mit Besen, Eimer und Kehrschaufel den Staub von der Bühne. Sie ließen es so richtig krachen und machten vorbildlich nach dem Konzert alles wieder ganz sauber.

Ergänzt mit E-Bass und E-Gitarre forderte ein Medley der großen Hits von Udo Jürgens im wahrsten Sinne noch einmal alle Register und brachte die Stadthalle zum Beben. Nach stehenden Ovationen beendeten der „Radetzky-Marsch“ und die Nationalhymne einen Abend von seltener musikalischer Harmonie und Klasse.

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